Donnerstag, 2. Juni 2011

Tag ein, Tag aus.

„und, schatz? sei nicht immer so garstig zu deiner mama“
„doch, weil ich mir nicht von meiner mama vorschreiben lasse wann ich esse, was ich esse und wie viel und überhaupt!“
„sie will dir doch nur gutes, dir helfen!“
„nein, und wenn du jetzt auch so anfängst, brauchst du heute auch gar nicht mehr kommen“
Er guckt mich an, dieses lächeln (wie lächerlich du gerade bist, so jung, keine ahnung vom leben, du erzählst so einen unsinn, merkst du das denn nicht? Lass mich in ruhe, lass mcih einfach an dir vorbei gehen.) und geht auch an mir vorbei. Ich gehe, drehe mich um, wir gucken uns noch mal an, noch mal muss ich in das gesicht gucken, was von diesem scheußlichen lächeln geprägt ist. Zu viel. Das reicht. Irgendwann reichts. Ich hab mich umgedreht, das tor geschlossen, er hat sich in sein auto gesetzt und unsere wege haben sich getrennt.
Mir ist zum heulen zu mute. Ich hasse dieses gefühl. Heute abend wette ich, dass wir uns wieder treffen. normal, neutral. als wäre nichts gewesen. er übernachtet bei mir, verbringen die nacht zusammen, wir stehen gemeinsam auf und lieben uns. als wäre nichts gewesen.. 
Heute morgen bin ich wach geworden, mir ging es gut, ich fühlte mich leicht. Leicht wie ein 45kg schweres mädchen. naherzu wunderschön. Dann zu hause, er ist noch mit gekommen, weil er später noch zur universität musste, hat er noch gefrühstückt. Meine mama saß am tisch und meinte dann zu mir sagen zu müssen: „hast du schon was gegessen?“ „nein“ „dann mach das mal... einen apfel“ „nein“ „ich will jetzt nicht streiten!“ „ja, dann hör doch auf davon zu reden!“ (das hat sie extra vor ihm gemacht, damit er sieht, wie schlecht und respektlos ich meine mutter behandel und wie essgestört ich bin. Guter plan mama! Wirklich guter plan! lächerlich. versteht ihr es nicht? ihr kommt nicht an mich ran! ihr werdet nichts ändern und mir auch nicht helfen können. ich brauche eure hilfe nicht. ich bin schließlich die einzige, die etwas ändern kann. tja, wenn ich es nur wollen würde. tu ich nicht. pech!


So habe ich dann heute morgen zwei tassen, große tassen, 0,3 magermilch mit erdbeer-pulver getrunken und ich fühle mich schrecklich. das reicht schon, um den tag irgendwie total nach unten zu reißen. ich habe zu nichts lust, zu gar nichts. ich hab mir den tag komplett anders vorgestellt, wollte diesen auch ganz anders beginnen und jetzt das. dazu kommt noch dieser ganze mist zwischen ihm und mir. es ist kein streit. wir haben uns noch nie gestritten, aber ich mag es trotzdem nicht. es zieht meine laune so dermaßen nach unten. ich mein, was meint er denn? er weiß bescheid. oh ja, das weiß er nun wirklich. ich kann da nichts für, wenn er mich nie drauf anspricht, ich möchte es auch gar nicht, nein nun wirklich nicht, aber er müsste eigentlich wissen, was teils in mir vorgeht und dass ich mir erst recht nicht vorschreiben lasse, was ich essen soll, wie viel, wann und wo.

therapie war gut. also ich weiß nicht, ich habe solangsam das gefühl, dass die mich nicht als bulimikerin/ essgestörte ansehen, sondern einfach als ein mädchen mit familien problemen. nächsten montag (06.06.) muss ich wieder hin. ab heute faste ich wieder bis montag und ich denke 2-3kg sind machbar.