Freitag, 24. Januar 2014


Klappe die x. !

Ein neues Jahr hat bereits begonnen. Routine ist längst wieder eingetreten und ehrlich gesagt, gibt es nicht sonderlich viel, worauf ich stolz sein kann. Ich war anfang des Jahres 2012 in der Klinik für über 4 Monate und bin seitdem in ambulanter Therapie. Ich gehe jeden Dienstag zu meiner Therapeutin und habe noch immer Hemmungen ihr alles zu beichten. Mit meinen Eltern verstehe ich mich überraschend gut und ich bin dabei, mein Leben mehr in die Hand zu nehmen!
Denn jeden Tag aufs neue, jedes Mal, wenn ich meiner Krankheit wieder mehr Freiraum gebe, anfange alle anderen, besonders ihn zu belügen, dann hasse ich mich ein Stück mehr!
Ich will doch endlich nur GESUND SEIN! Gesund! Für andere ist es das leichteste auf Erden, da es selbstverständlich ist. Immer wenn ich als kleines Grundschulkind auf einer Geburtstagskarte "... ich wünsche dir viel Glück und vorallem Gesundheit für dein nächstes Lebensjahr..." gelesen habe, dachte ich mir immer nur: "mein gott, was schreiben die denn da alle für einen Unfug? ich bin doch gesund! und es ist wohl nichts schwieriges dabei, dies auch zu bleiben!" Leichter gesagt, als getan. Jetzt schaut mich an. Untergewichtig, unglücklich (sogar mehr als das) und ruhig. Was hat diese besch****** Krankheit nur aus mir gemacht? und wieso, um Himmelswillen, kann sie mich nicht einfach in Ruhe lassen? Wieso kann ich nicht einfach in die Finger schnippen, meine Augen ganz feste zusammen kneifen und wenn ich sie wieder öffne, ist alles wieder schön! So wie es damals war! Ich bin mittlerweile schon so lange krank und die letzten Jahre waren so prägend für mich, sodass ich mich gar nicht mehr daran erinnern kann, wie es war, als ich noch normal aß und allgemein lebte... Die Krankheit zieht sich wie eine schwarze Decke über all die letzten Jahre. Mittlerweile habe ich fast alle Erinnerungen vergessen und mir müssen meine Freunde (mein Freund) Erlebtes neu erzählen. Es tut mir leid und ich gäbe alles daran, all meine Erinnerungen wieder zu erlangen. Doch das ist wohl vorbei. Denke ich an den Februar 2013, könnte ich nicht sagen, was war. Ich könnte aber sagen, dass ich da sehr wohl noch krank war und mein Leben tagtäglich zum KOTZEN fand!

Wir haben es selbst in der Hand, was wir mit unserem Leben anfangen. Wir können in das Becken des Selbstmitleids steigen und untergehen. Doch das ist nicht der Sinn. Was erhoffen wir uns daraus? Andere werden es mit der Zeit auch leid sein, sich ständig um einen kümmern zu müssen. Ich will lebensfähig sein, Aufgaben meistern und nicht untergehen!




Freitag, 10. Februar 2012

Richtmenge am morgen: 2 Semmel + 20g Butter/ Rama + flächendeckender Belag (sprich Käse, Wurst, Pflanzencreme, Marmelade, Honig oder nussnougat- Creme) 
Und ich habe es geschafft, die richtmenge drin zu lassen! Ich bin so stolz auf mich, denn es sind wirklich 2 Weißbrot- Semmel und nicht nur Obst oder Joghurt. Also ich habe mir für die nächste zeit jetzt immer vorgenommen, dass frühstück NICHT zu erbrechen. Ich meine, so gesehen verbrenne ich das am Tag doch eh wieder und so kann ich mich schon einmal daran gewöhnen, so etwas in mir zu behalten, bis mein Körper er von selbst wieder aus meinem Körper bringt^^
Es ist seltsam, aber irgendwie geht es mir gut. Ich habe das Frühstück niht erbrochen, bin deswegen auch mächtig stolz auf mich, Lache heute komischer weise den ganzen Tag und ich bin motiviert! Ich hatte mir nur ein Brötchen genommen (+ Butter+ Pflanzencreme) und währenddessen habe ich mir gedacht: "was machst du hier eigentlich? Klar, du kannst so weiter machen, wie bisher und dafür noch viele Wochen hier bleiben ODER du fängst jetzt endlich mal an, einen Schritt nach vorne, einen Schritt GEGEN die Essstörung zu machen und somit schneller nach Hause kommen! Also nimm dir doch ruhig ein zweites Brötchen!!" und das habe ih gemacht! Ich bin Ehr stolz auf mich! 
Ich habe nur Angst, dass wenn ich zunehme, ich nicht mehr aufhöre zuzunehmen und echt dick werde.. Ich will hier nicht so entlassen werden, so wie ich VOR der Essstörung aussah. Nein, dass will ich nun wirklich nicht! 
Meine Therapeutin meinte sogar zu mir: "probieren sie es doch einfach mal aus. Sie wissen dih gar nicht, wie sie sich fühlen, wenn sie zunehmen. Und sie sagen doch selbst, Dass sie sich im Moment unwohl fühlen, so wie sie aussehen. Und Sie wissen doch, wie es geht; also wenn sie sich immernoch unwohl fühlen, auch mit ein paar Kilogramm mehr, dann liegt es in ihren Händen. Sie können abnehmen, hier zwingt sie niemand."

Es ist meine Entscheidung. 

Sonntag, 5. Februar 2012

KLINIK.

Ich bin jetzt schon fast 2 Wochen hier und ich bin unglaublich traurig. Ich habe keinen sonderlichen Fortschritt gemacht, ich bin immer nur am weinen und zudem noch alleine. Alleine, weil ich hier zu kaum jemandem solche Sympathie verspüre, mich mit ihm hin zusetzen, über meine Gefühle zu sprechen, geschweige denn, mich von der Person in den Arm nehmen zu lassen.
Es geht mir hier nicht gut.
Mein Gewicht ist seit der Ankunft 2kg nach unten gegangen. Wiegetage sind Montag und Donnerstag. Am Donnerstag war mein Gewicht noch bei 40,4kg. WOW! und ich wollte hier gesund werden.
Hier sind so viele, die schon entweder seit 16 Wochen oder das 5.- 6. Mal hier sind. Ich habe so Angst, dass ich auch so lange hier bleiben muss und was ist, wenn ich dann doch wieder zu Hause bin? Wie wird das dann? Werde ich rückfällig? Ich kann einfach nicht mehr.
Ich brauche eine Schulter, an der ich mich anlehnen und ausheulen kann. Ich brauche starke Arme, die mich so sehr drücken, dass all meine Trauer davon fliegt. Ich brauch IHN. hier ist niemand... keine Bezugsperson bis jetzt und ich schaff das alleine nicht...

In zwei Wochen bekomme ich Besuch von meinen Eltern, meiner Schwester und ihm. Irgendwie viel zu viel. Ich weiß nicht, ich würde irgendwie nicht ALLE auf einmal hier zu Besuch bekommen. leich überfordert. aber ich freue mich trotzdem.

Ich sitze an einem Tisch, an dem die anderen in Tränen ausbrechen und noch nichtmal das Essen anrühren können. Ich sitze an einem Tisch, an dem NUR über Essen gesprochen wird und ach keine Ahnung.




MIR GEHTS EBEN SCHLECHT....

Freitag, 20. Januar 2012

© Mama

"Hallo,

mir schwirrt der Kopf und klare Gedanken fallen mir so schwer. Ich weiß nicht wo ich zu erst beginnen soll und werde hier, wie so oft den Dingen die mich bedrücken freien Lauf lassen. 
Es ist schon einige Zeit vergangen.....
Meine Tochter wurde aus dem Krankenhaus entlassen und ich bemühe mich seitdem sehr darauf zu achten, dass sie keine großen Fressanfälle bekommt, um sich noch einmal so in Lebensgefahr zu bringen. 

Zur Zeit schwankt ihre Krankheit zwischen Erbrechen und Hungern. Jeden Tag wird sie einwenig weniger und ich habe die Vermutung, dass sie vor der Klinik alles daran setzt abzunehmen...und ich kann nichts dagegen tun....

Letzte Woche hatte sich die Klinik bei meiner Tochter gemeldet. Sie sagte mir später, dass es wahrscheinlich Anfang Februar los geht.  
Gestern gestand mir meine Tochter, dass sie diesen Freitag hätte aufgenommen werden können, aber aus Angst diesen Schritt zu gehen den Termin verschoben hat... 
Ich habe sie getröstet, gesagt, dass dieses nicht schlimm, ganz normal sei, wenn sie Angst vor so einem Schritt hat. Aber ich habe ihr auch Mut gemacht. 
Heute fragte mich ihr Freund, ob ich von ihren häufigen Schwächeanfällen wüsste .....dieses war mir neu.... 

Mein Mann kontrolliert seit geraumer Zeit was an Einkäufen verschwindet und hält es ihr und auch mir vor .....wo ist denn das ganze Brot auf einmal hin... hast du es gemerkt die ganze Schokolade ist weg .... 
Mir gegenüber ist er sehr hart im Ton und sagte heute, dass ich für sie ja gleich eine Sarg bestellen könnte .....
ihn gleich mit in eine Klinik einweisen könnte.....
oder er könnte sich ja gleich erschießen ..... 

Als ich letzte Woche mit meiner Tochter durch die Stadt ging, spürte ich die Blicke der anderen Leute auf ihr. Hörte auch Sätze .... oh Gott schau mal...wie kann die Mutter das Kind nur so hungern lassen...was ist das nur für eine Mutter, sieht sie das nicht, dass ihr Kind so dünn ist .....
Doch ich sehe es ... ich sehe wie meine Tochter immer weniger wird ... und ich habe sehr große Angst, dass sie mir unter den Händen wegstirbt ....... ich habe sie so sehr lieb.... ich......

Es tut mir leid....da sind sie wieder die Tränen und ich schaffe es nicht mich zusammen zu reißen ....es tut so weh, sie so leiden zu sehen....

Liebe Grüße 
Alette"

Mittwoch, 18. Januar 2012

24.01.2012

Nächste Woche Dienstag ist es dann so weit. Und dann heißt es LEBEN IM KRANKENHAUS! Yuhu, da kommt Freude auf. Nicht! Da ich über keine private Krankenversicherung verfüge, werde ich in einem schönen gemütlichen Zimmer, zusammen mit 2-3 anderen Essgestörten Mädchen "wohnen". Ja, WOHNEN. Oh Gott, ich wohne zuhause, bei ihm übernachte ich und woanders mache ich Urlaub... schon die Vorstellung alleine lässt mich erschrecken. Aber wie ihr wisst, macht mich die Angst noch viel verrückter! Wenigstens bezahlen meine Eltern mir tägliches TV, sonst würde ich wohl echt Amok laufen.
Fragt mich bloß nicht, wie es mir gerade geht. Echt nicht.

Montag, 16. Januar 2012

Alles kotzt mich einfach nur noch an! Alles und JEDER!!!